Eine Studie der deutschen Akademie der Technikwissenschaften zeigt deutlich das aus 1€ der in die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen investiert wird eine Summe von 3-5€ erwirtschaftet/eingespart wird, zusätzlich wird noch Kapital eingespart durch weniger negative Folgekosten von Maschinenausfälle. Und das Anlagekapital im Maschinenpark soll möglichst effizient arbeiten und einen hohen ROI erzielen. So haben die deutschen Instandhaltungen eine Maschinen und Anlagenverfügbarkeit in Höhe von 1000 Milliarden Euro erwirtschaftet und einen großen Anteil am Erfolg von Produkten-Made in Germany!
Die jetzt gezeigte Zurückhaltung bei nötigen Investitionen und der Mangel an Fachkräften ist ein Dauerthema in den betrieblichen Instandhaltungsabteilungen.
Zur Zeit ist die Ausbildung neuer Fachkräfte auf dem Niveau von 1970. Der demagogische Wandel stellt sich nun unaufhaltsam in den Betrieben ein und zeigt deutliche Defizite auf. Die „erfahrenen“ Mitarbeiter sind nicht 1 zu 1 zu ersetzen und reißen mitunter fatale Wissenslücken. Vielerorts ist es versäumt worden eine Wissensdatenbank aufzubauen und Erfahrungen weiter zu geben.
Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Übertragung von Insiderwissen benötigt Zeit.
Und heute werden von den Mitarbeitern in der Praxis viele Tätigkeiten aus unterschiedlichen Fachbereichen gefordert.
Die Instandhaltung ist ein Paradebeispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit und fachübergreifende Organisation des Arbeitsalltag.
In der Abteilung Instandhaltung findet sich heutzutage ein breites Spectrum an Fähigkeiten wieder.
Der Schrauber neben dem Strippenzieher und der Schweißer neben dem Programmierer.Es gibt Handlungsbedarf in Sachen Weiterbildung und Instandhaltungsorganisation. Industrie 4.0 mit neuer Sensorik, Netzwerken und Microelektronik fordert von den Instandhaltern immer mehr Programmierkenntnisse und die Fähigkeit sich in ganze Systeme „hinein versetzen“ zu können. Produktionsabläufe lassen sich automatisieren, in der Instandhaltung sind sie weiterhin bei der Reaktion auf Störungen, auf die Einsatzbereitschaft, Kreativität und Profesionalität der Mitarbeiter angewiesen. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind für die Instandhaltung und die Produktion von höchster Wichtigkeit. Heute gehören Handheldgeräte, Tablets, Laptops und Störmeldungen aufs Handy zum Alltag in der Instandhaltung.So schließt sich der Kreis der Digitalisierung bei den Mitarbeitern,den Menschen die Systeme zum „Leben“ erwecken und am „Leben“ halten.
Vom Schraubenschlüssel bis zum Laptop wird hier alles abgedeckt und in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen wird alles geplant.
Der Spagat zwischen den Basics einer Instandhaltung und den neuen Anforderungen durch Technik und Systeme muss sich auch in der Ausbildung wiederfinden.
Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen, sondern in der Ausbildung und an den Aufgaben die ihnen gestellt werden.
In diesem Sinne müssen wir die Ausbildung der Instandhalter an die tatsächlichen Anforderungen anpassen.
Fundamentieren sie das Wissen ihrer „alten Hasen“ in einer Wissensdatenbank und sorgen sie für eine geordnete Übergabe.
Mentoringprogramme, bei denen erfahrene Mitarbeiter einen jungen Kollegen über Jahre unterstützen und ihr Wissen teilen,sind eine einfache und effektive Methode zur Wissenweitergabe.

Blogbeitrag zum Thema „Instandhaltung als Wertschöpfer im Unternehmen“, unter Berücksichtigung der Bedeutung der Ausbildung neuer Fachkräfte.


Instandhaltung als Wertschöpfer im Unternehmen – Schlüsselrolle mit Zukunft

In vielen Unternehmen wird Instandhaltung oft noch als Kostenfaktor betrachtet – ein notwendiges Übel, das Maschinen am Laufen hält, aber keinen direkten Beitrag zum Unternehmenserfolg leistet. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz. Moderne Instandhaltung ist längst ein strategischer Werttreiber und spielt eine zentrale Rolle in der Wertschöpfungskette. Sie erhöht nicht nur die Verfügbarkeit und Effizienz von Produktionsanlagen, sondern sichert auch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Gleichzeitig steht sie vor einer Herausforderung, die ihre Zukunftsfähigkeit maßgeblich beeinflusst: dem Fachkräftemangel.

Instandhaltung: Mehr als nur Reparatur

Die klassische Vorstellung von Instandhaltung als reine „Reparaturtruppe“ ist längst überholt. Heute bedeutet Instandhaltung:

  • Vorausschauendes Planen,
  • Minimieren von Stillständen,
  • Vermeiden ungeplanter Produktionsausfälle, und
  • Sicherstellen der Produktqualität durch stabile Prozesse.

Die Instandhaltung ist ein integraler Bestandteil der Wertschöpfungskette. Sie wirkt direkt auf die Produktivität, Betriebssicherheit und den Ressourceneinsatz ein – und beeinflusst damit Kosten, Qualität und Lieferfähigkeit positiv.

Der Servicetechniker als Problemlöser und Wertschöpfer

Servicetechniker und Instandhalter sind heute Hightech-Profis. Sie müssen nicht nur mechanisch fit sein, sondern auch Elektrotechnik, Automatisierung und IT verstehen. Die Rolle des Instandhalters hat sich weiterentwickelt – vom „Schrauber“ zum interdisziplinären Systemversteher.

Diese Entwicklung verlangt fundiertes Fachwissen, schnelle Reaktionsfähigkeit und eine ausgeprägte Problemlösungskompetenz. Wer heute Instandhaltung betreibt, sorgt dafür, dass die Maschine nicht nur läuft, sondern optimal läuft – wirtschaftlich, nachhaltig und sicher.

Nachwuchs gesucht: Die Ausbildung als strategische Investition

Angesichts der demografischen Entwicklung und des technischen Fortschritts wird die Ausbildung neuer Fachkräfte immer mehr zur Schlüsselfrage für die Zukunft der Instandhaltung. Unternehmen, die hier investieren, sichern sich langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Wie in der Funktionsbeschreibung der Instandhaltung deutlich wird, braucht es eine klare Definition der Aufgaben, Kompetenzen und Entwicklungspfade innerhalb der Instandhaltung. Die Ausbildung darf sich nicht nur auf technische Fertigkeiten beschränken, sondern muss auch digitale Kompetenzen, Lean-Methoden und systemisches Denken fördern.

Zukunftsfähige Ausbildungsmodelle beinhalten:

  • Praxisnahe Ausbildung mit echten Problemstellungen,
  • Einsatz moderner Lernmethoden (z. B. E-Learning, VR-Simulation),
  • Förderung interdisziplinären Denkens, und
  • Attraktive Karriereperspektiven im Unternehmen.

Fazit: Instandhaltung als strategische Säule stärken

Unternehmen, die Instandhaltung nicht nur als Kostenstelle sehen, sondern als strategischen Wertschöpfer begreifen, profitieren mehrfach: Sie verbessern ihre Prozesse, steigern die Effizienz und sichern ihre Zukunft. Voraussetzung dafür ist ein klarer Blick auf die Bedeutung gut ausgebildeter Fachkräfte und die Bereitschaft, in deren Entwicklung zu investieren.

Denn: Ohne qualifizierte Instandhalter steht selbst die modernste Industrieanlage irgendwann still.