Der Instandhaltungsleiter hat heute und in der Zukunft riesige Themenfelder zu bewältigen. Veränderungen finden in einem rasanten Tempo statt und es gilt immer neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Für die Zukunft gilt es die 7 wichtigsten Themen zu lösen:
- Die Sicherung der Maschinennutzung zu gewährleisten und das Anlagevermögen des Unternehmens zu sichern. Ein Maschinenpark will gepflegt werden und muss doch rentabel produzieren. Analoge Maschinen stehen neben der Highend Variante von hochmodernen digitalen Anlagen.
- Instandhaltungskosten müssen transparent dargestellt werden um die Kosten unter Kontrolle zu behalten. Instandhaltung und Ersatzteilmanagement kosten nun einmal Geld, das beim richtigen Einsatz sehr rentabel angelegt ist. Zeigen sie in ihrer Kosten-Nutzenrechnung auf wie durch ihre Arbeit Investitionen gesichert und Anlagevermögen in Schuss gehalten wird.
- Etablieren von vorbeugender Instandhaltung und condition Monitoring im Zuge von Industrie 4.0. Verschiebung von korrektiver Instandhaltung hin zur präventiver Instandhaltung und über condition Monitoring und Industrie 4.0 zur Prediktive Maintenance.
- Digitalisierung der Produktion, der Maschinen und der Instandhaltung umsetzen. Infrastrukturen, Sensorik und andere Hardware müssen eingebaut und angeschlossen werden.Schnittstellen sind zu lokalisieren und neue Prozesse zu etablieren.
- Fundamentierung von Wissen im Unternehmen. Eine Wissensdatenbank schaffen um die Erfahrung der älteren Kollegen zu sichern. Wissen und Informationen sind von großer Bedeutung für eine Technikabteilung. Und das Knowhow ihrer erfahrenen Mitarbeiter ist „Gold“ wert für die Schaffung einer Wissensdatenbank im Unternehmen.
- Generationswechsel und Fachkräftemangel in der Instandhaltung durch Ausbildung entgegenwirken. Die „alten, erfahrenen Fachmänner“ gehen der Technikabteilung bald verloren, des halb muss ihr Wissen und Können in einer Datenbank gesichert werden. Und mit Training und Mentoringprogrammen gilt es die „jungen, wilden Facharbeiter“ mit Wissen aus Erfahrung für den Job vorzubereiten.
- Spagat zwischen analogen und digitalen Maschinen koordinieren. Ersatzteilmanagement und Ersatzteilverfügbarkeit gewährleisten. Reverse Engineering und 3D Druck implementieren. Lieferantenmanagement und Lieferantenoptimierung in der Instandhaltung. Lagermanagement mit zentralen und dezentralen Lagerstellen organisieren.
Das sind die Aufgaben die innerhalb der nächsten Zeit integriert und gelöst werden müssen. Natürlich bleiben die Basics und das Tagesgeschäft davon unberührt.
Aufgabenstellung einer Instandhaltungsleitung z.B.
- Festlegen der Instandhaltungsstrategie mit dem Management – Kurzfristig, Reaktion bei Störungen und Produktionsausfällen. Mittelfristig, vorbeugende Instandhaltung und Wartung. Langfristig, Revisionen, Retrofit, Projekte und Jahresplan I&R.
- Planung der Instandhaltungskosten und Investitionen zusammen mit dem Management und Controlling auf Grundlage der I&R Strategie und des Jahresplans.
- Planung der vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen auf Basis der Jahresplanung, Budget und der I&R Strategie.
- Planung der eigenen Kapazitäten, Ressourcen und Fremddienstleister für Projekte und I&R Maßnahmen. Ausfallrisiko der Anlagen und die Reaktionszeit der Instandhaltung berücksichtigen.
- Planungen und Maßnahmen mit der AV und allen angeschlossenen Abteilungen abstimmen unter Berücksichtigung der Produktionszeiten und der Kosten. Interdisziplinäre Kommunikation über das Instandhaltungsgeschehen.
- Ersatzteilmanagement und Lieferantenmanagement zusammen mit dem Einkauf planen und abstimmen.
- Terminplanung für Instandhaltungsmaßnahmen erstellen. Terminverfolgung und Kontrolle des Arbeitsfortschritts von I&R Maßnahmen.
- Aufträge vergeben, Kosten kontrollieren und Abrechnungen prüfen.
- Dokumentieren der Instandhaltungsaktivitäten – Wissensdatenbank schaffen.
- Auswertungen der Dokumentationen zur Schwachstellenanalyse.
- Erstellen von Arbeitsanweisungen und Plänen auf Basis der Dokumentationen und Auswertungen. Investitionspläne, Eskalationspläne bei Störung und Produktionsausfall-Notfallpläne-Checklisten-Wartungspläne-Inspektionspläne Arbeitsanweisungen-Fehlerkataloge-Entstöranweisungen-Ersatzteilauswahl-Lasten und Pflichtenheft-Konformitätserklärungen-Statistiken etc.
- Standardisierung von Maschinen und Ersatzteilen voran treiben.
- Neue Technik integrieren wie den 3D Druck für Ersatzteile etc.
- Umweltschutzmaßnahen und Arbeitssicherheit, Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und Bestimmungen
- Audit, Umwelt; und Energiemanagement, Risiko und Gefährdungsbeurteilungen
- Regelmäßige Prüfungen gmäß TRBS, ArbSchGes, BGV A3, BG Vorschriften etc.
Und es sind sicher noch einige Aufgaben die ich hier nicht erwähnt habe, die allerdings ebenso wichtig sind wie all die anderen. Sie müssen die neueste innovative Technik ins Unternehmen einbringen und sind immer auf der Suche nach der modernsten Technik und Methoden zur Anlagenverbesserung.
Mithilfe der Auswertungen der Instandhaltungsdokumentationen sind sie in der Lage Schwachstellen zu identifizieren und diese dauerhaft zu beseitigen. Die Instandhaltung beseitigt die Ursachen für Maschinenausfälle und ermittelt störungs- und kostenintensive Bauteile und Baudruppen. Es werden technische und organisatorische Verbesserungspotenziale aufgezeigt und Umsetzungspläne erarbeitet. Mithilfe von condition Monitoringsystemen werden Verschleiß und Anlagenausfälle frühzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Das Ziel muss es sein, das die Anzahl der korrektiven Instandhaltungsmaßnahmen unter denen der präventiven Instandhaltung liegen. Die Anlagenzuverlässigkeit soll gesteigert und stabilisiert werden.
Die Instandhaltung etabliert ein funktionierendes Ersatzteilmanagement mit zentraler und dezentraler Lagerhaltung. Lieferantenmanagement in Absprache mit dem technischen Einkauf . Standardisierung von Maschinen und Bauteilen schafft Platz im Lager und erleichtert der Instandhaltung die Fehelersuche und Entstörung. Mithilfe von Leisten und Pflichtenheften werden den Lieferanten und Servicepartner die Forderungen klar mitgeteilt.
anlagenspezifische-stormatrix-top-10masnahmenkatalogchecklistenbeschreibung-maintenance
Ersatzteilauswahl-_InstandProzessbeschreibung (2)
Ein Instandhaltungsleiter ist heute Stratege, Organisator und Treiber der Digitalisierung der Produktion – weit mehr als nur „Chef der Reparaturtruppe“
Zentrale Zukunftsthemen
- Sicherung der Maschinennutzung und des Anlagevermögens: Der Maschinenpark muss zuverlässig und gleichzeitig wirtschaftlich laufen, Instandhaltungskosten müssen transparent sein und über Kosten-Nutzen-Rechnungen gegenüber dem Management begründet werden.
- Wandel von korrektiver zu präventiver und prädiktiver Instandhaltung: Condition Monitoring und Industrie 4.0-Technologien sollen eingeführt werden, inklusive Sensorik, Infrastruktur und neuer Prozesse.
- Aufbau einer Wissensdatenbank: Erfahrung der älteren Kollegen wird systematisch dokumentiert, damit Wissen im Unternehmen bleibt und für Fehleranalysen und Standardisierung genutzt werden kann.
- Umgang mit Fachkräftemangel: Der bevorstehende Abgang erfahrener Fachkräfte erfordert Ausbildung, Mentoring und strukturierte Einarbeitung für jüngere Mitarbeiter.
- Spagat analog/digital: Der Leiter koordiniert Instandhaltung an alten, analogen und hochmodernen digitalen Anlagen, inklusive Ersatzteilmanagement, Reverse Engineering und 3D-Druck von Teilen.
- Lieferanten- und Lagermanagement: Er steuert Lieferantenoptimierung, zentrale und dezentrale Lagerstellen und sorgt für Ersatzteilverfügbarkeit bei vertretbaren Beständen.
Aufgaben der Instandhaltungsleitung
- Instandhaltungsstrategie festlegen: Kurzfristig Störungsreaktion, mittelfristig vorbeugende Maßnahmen, langfristig Revisionen, Retrofits, Projekte und jährliche I&R-Planung.
- Kosten- und Investitionsplanung: Budgetierung der Instandhaltungskosten und Investitionen gemeinsam mit Management und Controlling, basierend auf Strategie und Jahresplan.
- Planung vorbeugender Maßnahmen: Ableitung konkreter Wartungen und Inspektionen aus Jahresplan, Budget und Strategie.
- Kapazitäts- und Ressourcenplanung: Einsatz eigener Mitarbeiter und Fremdfirmen unter Berücksichtigung von Ausfallrisiken und Reaktionszeiten.
- Abstimmung mit AV und Produktion: Terminierung von Maßnahmen im Einklang mit Produktionszeiten und Kosten, inklusive interdisziplinärer Kommunikation.
- Ersatzteil- und Lieferantenmanagement: Planung mit dem Einkauf, Definition von Standards und Schnittstellen zu Servicepartnern.
- Termin- und Fortschrittskontrolle: Erstellung von Terminplänen, Verfolgung und Kontrolle des Arbeitsfortschritts.
- Auftrags- und Kostenkontrolle: Vergabe von Aufträgen, Prüfung von Rechnungen und Überwachung des Budgets.
Dokumentation, Analyse, Standards
- Instandhaltungsdokumentation: Lückenlose Erfassung der Aktivitäten als Basis einer Wissensdatenbank.
- Schwachstellenanalyse: Systematische Auswertung der Daten identifiziert störungs- und kostenintensive Baugruppen und Ursachen für Ausfälle.
- Erstellung von Dokumenten: Arbeitsanweisungen, Wartungs- und Inspektionspläne, Notfall- und Eskalationspläne, Fehlerkataloge, Checklisten, Lasten- und Pflichtenhefte, Statistiken.
- Standardisierung: Vereinheitlichung von Maschinen und Ersatzteilen zur Reduzierung des Lagerbestands und zur Vereinfachung von Fehlersuche und Entstörung.
- Integration neuer Technik: Nutzung von 3D-Druck für Ersatzteile und moderne Condition-Monitoring-Systeme zur frühzeitigen Verschleißerkennung.
Recht, Umwelt, Sicherheit
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien.
- Audit- und Energiemanagement: Vorbereitung und Begleitung von Audits, Durchführung von Risiko- und Gefährdungsbeurteilungen.
- Wiederkehrende Prüfungen: Organisation von Prüfungen gemäß TRBS, Arbeitsschutzgesetz, BGV A3 und weiteren BG-Vorschriften.
Zielbild der Instandhaltung
- Reduktion korrektiver Einsätze: Die Anzahl ungeplanter, korrektiver Maßnahmen soll unter die der präventiven Maßnahmen sinken.
- Steigerung der Anlagenzuverlässigkeit: Durch gezielte Beseitigung von Schwachstellen werden Zuverlässigkeit und Stabilität der Anlagen erhöht.
- Etabliertes Ersatzteilmanagement: Zentrale und dezentrale Lagerhaltung, klare Anforderungen an Lieferanten über Lasten- und Pflichtenhefte und abgestimmtes Lieferantenmanagement.
