Wie funktioniert eigentlich unsere betriebliche Instandhaltung und welche Strategie wird angewendet? Diese Frage stellte mir ein Produktionsleiter nach 4 Tagen im Projekt als Interimmanager der Abteilung Engineering & Maintenance. Wir haben das anschliessend ausgiebig diskutiert und die verschiedenen Sichtweisen auf die Instandhaltung zum Thema eines Workshops gemacht.
Grundsätzlich wird die Instandhaltung immer von der Produktionsstrategie geführt. Die Vorgaben für die Instandhaltung durch das Management sind die Grundlage für die Arbeiten der Instandhalter. Somit lassen sich Verbersserungen in der Abteilung Instandhaltung nicht ohne interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Abteilungen realisieren. Denn vorbeugende Instandhaltung kostet Zeit, Zeit welche von der Produktion frei gegeben werden muss, denn nicht alle planbaren Aufgaben der Instandhaltung lassen sich in den Nebenzeiten der Produktion erledigen. Es Bedarf einer abgestimmten Planung zwischen der Produktion und der Instandhaltung um effektiv zu agieren.
Durch eine funktionierende und gut organisierte Instandhaltung, motivierte Mitarbeiter und eine stabile Versorgung mit Ersatzteilen lassen sich Störungen und Ausfallzeiten reduzieren. Effektivität der Maßnahmen und eingesetzten Ressourcen vorausgesetzt kann eine Instandhaltung den Maschinennutzungsgrad massiv positiv beeinflussen.
Die Instandhaltung ist in der Regel für die technische Verfügbarkeit der Maschinen verantwortlich. Um das zu gewährleisten sind einige grundlegende Bedingungen zu erfüllen die wir Ihnen hier vorstellen möchten.
PARIS dient uns hier als Abkürzung für die Beschreibung.
P = Prozessablauf
A = Anwendungen
R = Ressourcen
I = Infrastrukturen
S = Steuerung
Prozessabläufe müssen klar beschrieben werden und benötigen einen klaren Prozessplan, ansonsten ist es ein beliebiger Prozess der in modernen Produktionsbetrieben indiskutabel ist.
Anwendungen unterstützen den Prozess der Produktion, z. B. Software wie SAP, ERP-Systeme oder CMMS-Lösungen, BDE/MDE-Daten und SPS Programme.
Ressourcen sind unabdingbare Dinge wie Material, Werkzeug, Wissen, Finanzen und nicht zuletzt die Mitarbeiter.
Infrastrukturen sind die Produktionsgebäude, Medienversorgung und natürlich die Maschinen und Anlagen. Die Instandhaltung benötigt Platz für eine funktionierende Werkstatt, Ersatzteilmanagement und Ausrüstung.
Steuerung aller Prozesse und nötigen Arbeitsabläufe seitens des Management bilden einen weiteren Schwerpunkt.
Die betriebliche Instandhaltung ist also für das I, die Infrastruktur maßgeblich in der Verantwortung. Sie stellt der Produktion eine funktionierende, gereinigte, gewartete und technisch Verfügbare Maschine/Anlage bereit.
Allerdings gilt die Einschränkung insoweit, dass die Instandhaltung die vom Management geforderte Anlagenverfügbarkeit nur gewährleisten kann, wenn eine Maschine für die Aus- und Belastung geeignet ist. Und die nötige Ausrüstung und Qualifikation der Mitarbeiter gewährleistet ist. Denn in der Regel hat die Instandhaltung keinen Einfluss auf den Kauf der passenden Maschinen und Anlagen, diese Entscheidung wird allzu oft ohne Mitsprache der Instandhalter getroffen.
Deshalb ist die Verfügbarkeit immer Abhängig von der bereitgestellten Technik, der Effizienz der Fertigungsprozesse und den zur Verfügung gestellten Ressourcen der Instandhaltung.
Die Verantwortung liegt somit nicht allein bei der Instandhaltung, sondern umfasst verschiedene Parameter. Die technische Verfügbarkeit muss in Korrelation zur Managementstrategie und Produktionsverfügbarkeit gesetzt werden.
Die Instandhaltung kann die Verfügbarkeit durch gute Organisation ihrer Abläufe und schnelle Reaktionen bei Störungen positiv beeinflussen. Ein CMMS-System ist zur Planung und Steuerung ein wichtiger Baustein, auch um die Arbeiten der Instandhaltung sicher und transparent für alle, sowie für Audits zu gestalten.
Eine „Überakademisierung“ der Instandhaltung mittels zu komplexer Steuerung über Kennzahlen und Prozesspläne hat oft zur Folge, dass die Mitarbeiter demotiviert sind und nur noch „Dienst nach Vorschrift“ abliefern. Deshalb ist Vertrauen in die handelnden Personen der wohl entscheidendste Faktor für eine erfolgreiche Zusammenarbeit aller im Unternehmen. Die Instandhaltung ist es letztendlich, welche mit Ihrer täglichen Arbeit die Ausfälle reduzieren und für eine schnelle Wiederherstellung sorgen kann. Die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams sorgt dafür das das gesamte Optimierungspotential abschöpft und somit eine stabile Anlagenverfügbarkeit bei hoher Ausbringung gewährleistet wird.
Die schnelle Wiederherstellung basiert auf 3 wesentlichen Säulen:
- Der Erreichbarkeit der Instandhaltung
- Der Reaktionszeit der Instandhaltung
- Den Ressourcen die zur Verfügung stehen.
- Reaktive Instandhaltung
- Vorbeugende Instandhaltung
- Zustandsorientierte Instandhaltung
- Zuverlässigkeitsorientierte Instandhaltung
- Wissenorientierte Instandhaltung
- Risikobasierte Instandhaltung
- Vorhersehende Instandhalung
CMMS System
1. Informationen für Kollegen und Kunden über die Aufgaben und Arbeit der Instandhaltung
2. Schaffen einer Datenbasis zur Störgrundanalyse und Ersatzteilstrategie
3. Möglichkeiten zur Auswertung und Darstellung tatsächlicher Instandhaltung
4. Grundlage zur Ermittlung einer Instandhaltungsstrategie
5. Neueste Information sichern die Aktualität der Pläne und Dokumente auditsicher abbilden
6. Basis für Routinekataloge, Entstöranleitungen und Arbeitsanweisungen
7. Schaffung von einheitlichen Standards bei der Vorgehensweise der Instandhaltung
