Die Entwicklung der industriellen Instandhaltung

Um 1450 standen an die 30 Schmelzöfen zur Eisenproduktion im Siegerland, im Sauerland sind die genauen Zahlen nicht bekannt. Die Öfen wurden mit Holzkohlen befeuert und die Schmiede hatten gut zu tun. Das Erz wurde in kleinen Stollen gewonnen, tiefer als 20m konnten die Bergleute nicht vordringen. Das Wasser war der Feind der Minenarbeiter. Je tiefer sie in den Berg vordringen umso gefährlicher wird der Erzabbau.

Der Bedarf an Eisen wächst von Jahrzehnt zu Jahrzehnt stetig an. im 1600 Jahrhundert verarbeitet ein durchschnittlicher Schmied schon bis zu 20 Kg Roheisen. Werkzeuge für die Landwirtschaft, Waffen für die Kriege und Zubehör für Pferd und Kutsche werden hergestellt.

Während des Dreißigjährigen Krieg produziert ein Hochofen bis zu 1,2to Roheisen. Ungefähr die doppelte Menge an Holzkohle werden zur Herstellung des Eisens benötigt. So kommt es zum massiven Eingriff in die Natur durch Fällungen. Kein Wald bleibt unberührt und kein Baum stehen. Die Flüsse von der Sieg über die Lenne, Volme, Wupper und Ruhr werden genutzt um die Energie der Wasserräder nutzbar zu machen. Hier werden Hämmer und Öfen angeheizt um den Hunger nach Eisen zu stillen.

Kohle, früher auch der brennende Stein genannt, wird erst später als Brennmaterial genutzt. Der Sage nach hat ein Hirte Namens Jörgen die Kohle durch Zufall entdeckt. Er machte sich abends ein Feuer zum kochen. Als er morgens aufstand glühte die Erde immer noch und er fand den „brennenden Stein“. Nur die einfachen, armen Mitbürger nutzen Kohle als Heizmittel. Der Schwefelgestank machte den Menschen Angst, Kohle galt damals als unsauber und gefährlich. Erst später entdecken die Schmiede die Vorzüge der Steinkohle und schätzen ihre konstant hohe Temperatur und ausdauernde Brennkraft. Der Grundstein der Industrialisierung liegt also schon länger zwischen dem Ruhrgebiet und der Kohle, sowie dem Sauerland und dem Siegerland mit den Erzen und schliesslich der Eisenproduktion.

Und mit dem Bergbau und der Eisenproduktion wuchs eben auch der Bedarf an Instandhaltung. So waren die Wege und Straßen nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieg in einem desolaten Zustand. Es hieß damals, nach jedem Dorf ein Rad getauscht am Kutschenwagen! Die Schmiede hatten genauso viel Arbeit wie die Gastwirte durch ungeplante Wartezeiten der Reisenden.

Mit der zunehmenden technischen Entwicklung der letzten 200 Jahre hat  sich die Instandhaltung zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt. „Wer seine Maschinen wirtschaftlich betreiben und reparieren kann gewinnt den Wettstreit“ Alfred Krupp entwickelte den schwersten Dampfhammer „Fritz“ 1861. Kräne mit riesigen Ketten ermöglichten es Krupp Schmiedeteile zu bearbeiten wie es zuvor nicht möglich war. Die Kurbelwellen von Krupp beflügelten den Schiffsbau immer größere Schiffe zu bauen.

Essen ist Krupp und Krupp ist Essen. Der Ruhrpottler Herbert Grönemeyer hat es seiner Ballade „Bochum“ schön gesagt „Du hast nen Pulsschlag aus Stahl, man hört in laut in der Nacht“.

Die Dampfmaschine lieferte ausreichend Energie, die Dampfschiffe konnten Rohstoffe schnell über weite Strecken transportieren. Haniel erkannte die vielen Vorteile. Er nutze die Dampfmaschinen um seine Minen zu betreiben. In seiner Werkstatt entstanden Dampfschiffe für den Kohletransport. Bei einer Reise über den Rhein wird das Dampfschiff von James Watt Jr. beschädigt. Er lässt den Schaden in der Werkstatt von Haniel reparieren und schaut sich alles genau an. Bei einem Rundgang durch die Werkstatt ist er fasziniert von der Technik und nimmt viele Ideen mit nach England.

Krupp und seine geschmiedeten Radreifen machten den Konzern zum Weltmarktführer. Die Eisenbahnen der USA brauchten Krupp und sein Patent um das große Land für die Eisenbahn und die Menschen zu erobern. Die Stahlrösser fuhren dank Qualität „made in Germany“. Krupp lieferte die Radreifen und Hoesch die Schienen, Thyssen spielte ebenfalls mit im Konzert der Stahlkocher und Kohleförderer. Jahrzehnte später kommt es zur ersten feindlichen Übernahme eines DAX Konzern in der BRD. Der verschuldete Kruppkonzern schluckt den rentablen Hoeschkonzern dank Fremdfinazierung. Das Ausbluten des Ruhrgebiets beginnt langsam Fahrt aufzunehmen. Heute sind die drei unter dem Dach der Thyssen-Krupp vereinigt und kämpfen ums überleben der Stahlbranche in Deutschland.

Die Mitarbeiter waren damals Maschinenbediener und Instandhalter in Personalunion.

Das Ruhrgebiet ist die Wiege der Industrialisierung, der Hellweg ist ein Pfad aus Kohle und Stahl. Hier wurde geschmiedet und geschufftet, schon vor dem eigentlichen entstehen des Ruhrpotts. Die Bauern benötigten Werkzeug und das Eisen kam aus dem Siegerland zur Ruhr.