Eine der wichtigsten Baugruppen an einer mechanischen Presse ist der Stößel Gewichtsausgleich. Dieses System muss immer kontrolliert sowie richtig eingestellt sein. Ein falsch oder schlecht eingestelltes System sorgt für Schäden an der Maschine, für einen erhöhten Werkzeugverschleiß und führt zu Qualitätsproblemen am Werkstück.

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Datamining

Stößel Gewichtsausgleichsysteme werden eingesetzt um die gesamte Masse des Stößels samt Werkzeug während der Abwärtsbewegung in ihrer Beschleunigung abzubremsen und umgekehrt den Stößel in der Aufwärtsbewegung zu beschleunigen. Stößel Gewichtsausgleichszylinder müssen so dimensioniert sein das sie das Gewicht des Stößels, des Werkzeugoberteils, der Druckstangen, der Exzenterwelle und der Zahnräder ausgleichen. So werden die Lagerspiele während des Auftreffens der bewegten Massen beim Umformprozess unwirksam und es entsteht eine durchgehende Kraftlinie.

Prüfen des Stößel Gewichtsausgleich wird in der unteren Stößelposition durchgeführt. Die meisten Systeme arbeiten mit einer pneumatischen Hochhaltevorrichtung für den Stößel. So werden die „Lagerspiele“ komplett ausgeglichen und es entsteht eine durchgehende Kraftlinie. Der Stößel wird mit einem Hydraulikzylinder nach oben gedrückt. An einer Messuhr kann abgelesen werden ob sich der Stößel nach oben drücken lässt. Umgekehrt kann durch langsames ablassen der Druckluft an der Hochhaltevorrichtung das Lagerspiel zwischen Welle und Pleuel ermittelt werden. Der Wert wird an der Messuhr vor Beginn auf 0 gestellt und nach ablassen der Druckluft kann der Wert abgelesen werden.

Prüfen der Lagerspiele oder Schäden an den Zuganker. Der Stößel befindet sich in der oberen Position OU. An allen 4 Ecken der Maschine werden Messuhren aufgestellt und mit der Messspitze am Stößel angelegt. Mittig unter den Stößel wird ein Hydraulikzylinder aufgebaut der die Last der Massen bewegen kann. Nun wird der Stößel langsam nach oben gedrückt. An den einzelnen Messuhren kann eine Veränderung abgelesen werden. So lassen sich unterschiedliche Lagerspiele oder auch Schäden am Maschinenkörper oder den Zugankern feststellen.

Grundsätzlich sollten die Maschinen nicht an ihrer Höchstlast arbeiten um Fehler und Schäden zu vermeiden.

Nach Ickert ist „die Genauigkeit der Grad der gewünschten Annäherung an ein gewolltes Ergebniß“ Der verwendete Maßstab für die „Genauigkeit“ stellt die „Bestmögliche“ Ungenauigkeit, d.h. die Abweichung zwischen dem gewünschten Sollwert und dem Istwert dar. Die so gewählte „Toleranz“ ist damit eine zuverlässige und vereinbarte Abweichung des Istwert vom Sollwert.

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