Die rasante Entwicklung der Menschheit ist durch den Einsatz von Technik und Werkzeugen untrennbar miteinander verbunden. Und ich bin der festen Überzeugung das die Menschheit erst durch die Welt der Technik ihren Weg zur Zivilisation gefunden hat. Wir profitieren noch heute von vielen Erfindungen, die während der Zeit der Neandertaler gemacht wurden. Und der „Keil“ ist bis zum heutigen Tag die Grundlage fast aller Schneidwerkzeuge, die wir in der Industrie und im Haushalt verwenden. Und mit der Technik bildete sich natürlich auch der „Instandhalter“, jene Menschen, die durch Ihre flexible Denkweise immer in der Lage waren, die Dinge und Sachen reparieren und optimieren konnten und können.

Vieles, was wir für modernste Technik halten, haben die alten Griechen erfunden und angewendet. Sie kannten die Kraft der Getriebeübersetzungen, die Möglichkeiten Dampf zu erzeugen und zu nutzen ebenso wie Hydraulik und mechanische Komponenten wie die archemedische Schraube oder Excenter richtig einzusetzen. Sie beschrieben damals schon den Einsatz von „Robotern“ und steuerten verschiedene Dinge mittels Zahnräder, Seilzüge und Gewichten, so programmierten sie schon vor tausenden Jahren.

Überall wo der Mensch eine Heimat gefunden hat muss er sein Werkzeug, seine Behausung und alles nötige bereit haben, er muss es reparieren können. Mit der wachsenden Bevölkerung und immer größeren Städten bekam die Instandhaltung einen immer größeren Stellenwert. Die Berufe entstanden und es gab verschiedene Gebiete, auf denen der Mensch sich versuchen konnte. Die Entwicklung machte in manchen Epochen wahre Sprünge und in anderen Zeiten stagnierte es doch über Jahrhunderte. Mit dem 19 Jahrhundert begann eine absolut neue Zeitrechnung, die Industrialisierung nahm ihren Lauf.

Dank an die alten Meister der Mathematik und Ingenieurskunst. Ohne die Ägypter, Griechen und viele weitere antike Völker wären wir heute nicht in der Lage Technik so zu nutzen wie wir es seit über 100 Jahren gewöhnt sind.

Schon Homer beschreibt 800 Jahre vor Christus im griechischen Epos Ilias die Konstruktion und vor allem die Wirkungsweise von Robotern. Die griechische Meeresgöttin Thetis besucht den Schmied Hephaistos, der gerade sogenannte Dreifüße, also stativähnliche Beine für 20 von ihm geschmiedete künstliche Wesen herstellt:

„Goldene Räder setzte an ihrem Boden er an,
damit sie von selbst sich bewegten
zur Vollversammlung der Götter
und wieder Nachhause zurück.
Ein Wunderwerk, für alle zum Anschauen.“

Dokumentiert findet es sich im Werk „Politik“ des griechischen Philosophen Aristoteles, der schrieb: „Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend, dass ihm zukommende Werk verrichten könnte, … so bedürfe es weder für den Werkmeister der Gehilfen noch für die Herren der Sklaven.“

Noch heute basieren viele unsere Techniken auf Erkenntnissen die vor über 2000 Jahren schon Heron von Alexandria und Archimedes gelangen, oder etwas später dem großen Genie Leonardo da Vinci, Galileo, Stephenson, Bosch, Diesel , Daimler, Krupp, Thyssen, Opel oder Ford, (die Reihe namhafter Menschen/Erfinder ist nicht vollständig).
Was glauben sie , wie sind die Pyramiden, die Chinesische Mauer oder das Kolosseum entstanden? Natürlich nicht durch Aliens, nein sondern durch die Techniken der Hebelkräfte, Hydraulik, Auftrieb, Ausdehnung, Seilzüge und Getriebeübersetzungen. Es waren natürlich auch eine Menge an Menschen und Nutztiere im Einsatz, doch dank der technischen Hilfe waren wir Menschen auch vor tausenden Jahren dazu fähig außergewöhnliches zu leisten. Das Prinzip der Archimedischen Schraube finden wir heute an jedem Schiffsantrieb oder in der Exzenterpumpentechnik. Und der große Vorteil des Schraubenprinzips ist die Vielzahl an Einsatzgebieten, denn es lassen sich die unterschiedlichsten Medien damit fördern.
Die ersten automatischen Türen und Tore und der erste Münzautomat stammen aus der Hand von Heron. In den alten Tempeln konnten Gläubige eine Münze in einen Wasserspender für heiliges Wasser werfen. Über eine Wippe im Inneren des Gefäßes wurde ein Ventil geöffnet und es floss eine kleine Menge Wasser aus dem Hahn. Beim Weg der Wippe zurück in die Ausgangsstellung wurde der kleine Wasservorrat für die nächste Abgabe automatisch befüllt. Auch die Kolbentechnologie wurde von Heron von Alexandria im ersten Jahrhundert n. Chr. bei der Konstruktion der ersten Dampf betriebenen Maschine (Äolipile) benutzt. Der Heronsball ist die erste schriftlich überlieferte Dampfkraftmaschine. Er ist genau in Herons Schrift Pneumatika beschrieben. Die Erfindung hatte in der Antike keinen Nutzen für die Menschen. Erst rund anderthalb Jahrtausende später wurden in Frankreich und England Dampfkraftmaschinen zur Verrichtung von Arbeit eingesetzt. James Watt und Kollegen hatten den Nutzen nun erkannt. Der Beginn der Industrialisierung, Dampf schafft Arbeitsplätze.
Die schweren Türen der Tempel wurden über Seilzüge mittels verdrängen von Wasser und Dampf geöffnet und geschlossen. Die Betreiber der Tempelanlagen waren wohl die ersten großen Förderer von automatischen Systemen. Und durch ändern z.B. der Seillänge oder einzelner Gewichte konnte so eine Maschine sogar programmiert werden. Ja und vergessen wir nicht den großen Archimedes der uns die Zahl phi gab (die allerdings auch im „Alten Testament erwähnt wird) um nun die Quadratur des Kreises vorzunehmen – bis heute vergeblich.
Die Römer hatten die ersten industriellen Fertigungsanlagen bereits etabliert , so standen mehrere Kornmühlen hintereinander und nutzen die Kraft des Wassers sehr effizient aus. Sie hatten das bereits im Jahr 100 vor Chr, erfunden und genutzt. Windmühlen waren bei den Persern schon 500 Jahre früher erfunden und weit verbreitet.
Die Produktion lief an 24 Std rund um die Uhr , quasi die ersten Schichtarbeiter in automatischen Fabriken.

Mit der Zivilisation wuchs die Bevölkerung und mit jeder Erfindung wuchs die Gemeinschaft der Instandhaltung.

Richtig los ging es mit James Watt und der Dampfmaschine. Durch die Verbesserung des Wirkungsgrads der Maschinen machte die Industrialisierung einen weiteren Sprung. James Watt verbesserte bereits vorhandenes Wissen, seine Kondensation außerhalb des Zylinders war die Entwicklung seiner Zeit.

Die Einheit „Watt“ ist noch immer die Einheit für Leistung. Eisenbahnen, die Eroberung Amerikas und eben die beginnende, aufkeimende Industrie, mit immer größeren Maschinen, gaben den Startschuss für die industrielle Instandhaltung.

Es gibt keine messbaren Werte wie schnell und effektiv ein Mensch arbeiten kann. Seit James Watt die Dampfmaschinen unter Druck setzte ist auch der Druck im Arbeitsalltag ständig gestiegen. Die Industrialisierung ab dem 19 Jahrhundert ist die Geschichte der wachsenden Beschleunigung des Arbeitslebens. Die nächste Beschleunigung durch Industrie 4.0 ist auf den Weg gebracht und wird der Instandhaltung neue Stressfaktoren liefern.